Wenn 24 Tonnen genau passen müssen

Am Flughafen Zürich führt das Glattalbahn-Trassee neu über Hilfsbrücken

Um den stetig wachsenden Passagier- und Pendlerströmen gerecht zu werden, erneuert die Flughafen Zürich AG den nördlichen Teil des Airport Centers. Die Erweiterung der landseitigen Passagierflächen hat auch Einfluss auf die Glattalbahn, die während den Bauarbeiten unterhalb des Trassees mittels Hilfsbrücken abgestützt werden muss.

 

Nach zwei Jahren Planung ist alles bestens vorbereitet – jede Eventualität beachtet und einkalkuliert. Der Einbau von mehreren Hilfsbrücken zur Abstützung des Glattalbahn-Trassees zwischen Flughafen und Flughafen Fracht erfordert das Zusammenspiel vieler Unternehmen. Mit grosser Spannung werden daher die beiden Wochenenden des Einbaus im Mai erwartet, während die Glattalbahn selbst sich während dieser Zeit ab dem Glattpark eine Pause gönnen darf und temporär in Auzelg wenden.

Am Freitagabend ist es dann soweit und der Schwertransport mit den Hilfsbrücken trifft auf der Baustelle ein. Rund 24 Tonnen wiegt allein eine der insgesamt sechs Hilfsbrücken – alles Spezialanfertigungen nach bewährten und vom BAV zugelassenen Modellen. Nachts um 1.00 Uhr beginnen die Abbauarbeiten der Glattalbahn-Geleise: Die Schienen werden im Abschnitt des Brückeneinbaus herausgeschnitten und auf die erste Hilfsbrücke montiert.

 

Was sich unterhalb des Glattalbahn-Trassees befindet

Inzwischen haben die Aushubarbeiten im Abschnitt des Brückeneinbaus für die Schächte und Stützmauern begonnen. Denn unterhalb des Glattalbahn-Trassees plant die Flughafen Zürich AG die Querung einer neuen Anlieferung sowie eine Fussgänger-Passage, welche den Airport Center unterirdisch mit dem Neubau THE CIRCLE verbindet. Dabei bildet der Einbau der Hilfsbrücken für die Planer der Flughafen Zürich AG nur eine von vielen Herausforderungen bei diesem Projekt. Neben dem S-Bahn-Tunnel verläuft auch der alte Flusslauf des Altbachs zwischen dem Airport Center und dem Neubau, welcher für dieses Projekt ebenfalls umgeleitet werden muss.

 

Genauigkeit bei kleinem Zeitfenster

Am Sonntagvormittag ist es dann soweit. Langsam setzt der Pneukran die Hilfsbrücke samt Schienen in den fehlenden Trassee-Verlauf. Es passt genau und kann verschweisst werden – ein weiterer Meilenstein ist erfolgreich erreicht. Noch ist aber das Glattalbahn-Trassee nicht bereit fürs erste Tram am Montag früh. Nachdem die Fahrleitung wieder in Position gebracht worden ist, können die umfangreichen Tests beginnen: Die die Vermessungsgeräte melden keine Absenkungen und auch dem Belastungstest halten die neuen Installationen stand.

Mittlerweile ist es Sonntagnacht um 2.00 Uhr. Um 04.58 Uhr passiert das erste Tram die Hilfsbrücken. Ein Zeitfenster von knapp drei Stunden verbleibt für die Abschlussarbeiten. Mit dem ersten Tram, das Pendler und Frühaufsteher in den neuen Tag bringt, endet für die Gleisarbeiter und Projektbeteiligten ein langes und spannendes Wochenende.

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