Die VBG macht einen weiteren grossen Schritt in Richtung umweltfreundliche Mobilität: Am 16. September wurde das frisch umgebaute Bus-Depot in Bassersdorf in Betrieb genommen. Neu können hier an 14 Ladeplätzen E-Busse unkompliziert geladen werden. Die Inbetriebnahme des modernisierten Depots Regensdorf folgt dann voraussichtlich per Mitte Dezember 2026. Bis Ende 2027 werden noch weitere Depots umgerüstet sein.
Der Zürcher öV soll noch umweltfreundlicher werden. Zu diesem Zweck hat der Zürcher Verkehrsverbund ZVV in seiner Dekarbonisierungsstrategie das geplante Vorgehen zur Umstellung auf elektrische Antriebssysteme festgelegt. Ziel ist es, bis im Jahr 2040 einen vollständig CO2-freien Busbetrieb im gesamten ZVV-Netz zu erreichen. Damit gibt der ZVV die strategische Stossrichtung vor. Die VBG Verkehrsbetriebe Glattal AG setzt dies in ihrem Marktgebiet nun praktisch um.
Die VBG hat dabei die Chancen der Umstellung auf Elektroantriebe bereits frühzeitig erkannt und schon 2021 ihren ersten Elektrobus auf der Linie 759 in Betrieb genommen. Seither hat sie die E-Bus-Flotte stetig erweitert. Dank einer vorausschauenden Planung und angepasster Fahrzeugbeschaffung, wird die VBG dadurch voraussichtlich 2035 schon zu 90% elektrisch unterwegs sein und damit die Vorgaben des ZVVs spielend erreichen. Dieser gibt vor, dass bis 2035 mindestens die Hälfte der Flotte emissionsfrei unterwegs sein soll. Die Beschaffung der Elektrobusse allein reicht jedoch nicht aus. Auch in den Bus-Depots müssen die notwendigen Anpassungen der Infrastruktur zeitlich abgestimmt geplant und umgesetzt werden. Was es dafür braucht und welche Herausforderungen es zu bewältigen gilt, verrät Roland Isler, Projektleiter E-Mobilität der VBG im Interview.
Warum ist die Elektrifizierung der Busflotte sinnvoll?
Die Umstellung auf E-Busse ermöglicht es uns, lokal emissionsfrei unterwegs zu sein. Durch den wegfallenden CO₂-Ausstoss wird die Umweltbelastung reduziert und die Luftqualität verbessert. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass die Fahrzeuge auch deutlich leiser unterwegs sind.
Wie lange dauert die Ladung eines E-Busses?
Das ist unterschiedlich je nach Fahrzeugtyp und Lademenge. Nehmen wir als Beispiel einen E-Gelenkbus der Linie 768. Hier dauert es in der Regel etwa. 4 bis 5 Stunden, bis der Bus geladen ist und wieder in Betrieb gehen kann. Im Sinne eines optimierten Last- und Lademanagements kann die genaue Dauer jeweils etwas variieren. Diese ist zum Beispiel abhängig davon, mit welchem Akkustand der Bus im Depot eintrifft, welche weiteren Busse zeitgleich geladen werden und wie lange der Bus an diesem Tag anschliessend noch unterwegs ist.
Warum müssen die Bus-Depots umgebaut werden?
Die bestehenden Bus-Depots waren bisher nicht für die Ladung einer grösseren Anzahl E-Busse ausgelegt. Mit der Elektrifizierung der Flotte ergeben sich neue Anforderungen. Für die Sicherstellung des Ladebetriebs der neuen E-Busse erhöht sich z.B. der Strombedarf. Im konkreten Fall wurden ein Mittelspannungsanschluss und eine Transformatorenstation installiert und verkabelt. Diese versorgen nun das gesamte Gebäude mit Strom. Die bisherige Niederspannungsleitung musste im Gegenzug zurückgebaut werden.
Wie lange dauert der Umbau eines Depots?
Dies ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Im Falle des Bus-Depots in Bassersdorf betrug die (Um)Bauzeit in etwa 10 Monate.
Welches sind die grössten Herausforderungen bei der Umstellung auf E-Mobilität?
Die Planung der Fahrzeugbeschaffung und damit verbunden auch des Infrastrukturbedarfs geschieht auf lange Sicht. Bestehende Diesel- oder Hybrid-Fahrzeuge werden im Sinne eines natürlichen Prozesses erst durch E-Busse ersetzt, wenn sie das Ende der Lebensdauer von 14 bis 16 Jahren erreicht haben. Die Planung der zugehörigen Ladeinfrastruktur benötigt einiges an Vorlauf und soll dennoch möglichst präzise sein. Technische Neuerungen, Innovationen oder Kostenentwicklungen lassen sich jedoch nur bedingt für einen längeren Zeithorizont abschätzen. Das macht es anspruchsvoll, aber auch spannend.
Zur Person

Roland Isler ist seit Oktober 2023 Projektleiter E-Mobilität bei der VBG Verkehrsbetriebe Glattal AG. Er ist zuständig für die Fahrzeugbeschaffung sowie für die Planung und Sicherstellung der neuen Depotladeinfrastruktur.
