Das Team der Angebotsplanung lebt nicht nur in der Gegenwart, sondern regelmässig auch in der Zukunft. Denn heute werden die Weichen für das Angebot von morgen gestellt. Das per Fahrplanwechsel im Dezember 2026 gültige VBG-Liniennetz erhielt seinen Schliff im 2025. Nun steht einer der grössten Fahrplanwechsel in der VBG-Geschichte bevor.

Hinter einem Fahrplan steckt ganz viel Arbeit – allem voran die Planung. Für diese nimmt sich das Angebotsteam viel Zeit. Denn es gilt, viele Details zu klären und notwendige Abklärungen zu machen.
«Wir sind eigentlich immer etwa zwei Jahre voraus», erklärt Claudio Büchel, Leiter Angebot bei der VBG. «Unser 3er-Team hat entsprechend ganzjährig viel zu tun, wobei wir auch sehr eng mit dem ZVV und anderen Verkehrsbetrieben zusammenarbeiten.»
Ein Fahrplanwechsel benötigt viel Vorlaufzeit – was nicht verwundert, wie die nachfolgenden Fragen zeigen.
Welche Fragen werden u.a. bei der Planung eines Angebots geklärt?
- Wie lange braucht ein Bus von A nach B?
- Wie stark ist der Autoverkehr auf dieser Strecke und wie oft gibt es da Stau?
- Wo darf ein Bus überhaupt durchfahren?
- Welche Anschlüsse müssen am Bahnhof erreicht oder abgewartet werden?
- Wie viele Menschen nutzen diese Buslinie ungefähr?
- Was ist die cleverste und effizienteste Linienführung?
- Wie viel Pausenzeit brauchen die Busfahrer:innen zwischendurch?
- Welche Bushaltestellen ermöglichen eine längere Standzeit und wo behindert wir den restlichen Strassenverkehr?
- Bei Baustellen oder Events: Wie können wir den Takt und die Pünktlichkeit garantieren? Und welche Haltestellen müssen in dieser Phase ausgelassen oder verschoben werden?
Das ist nur ein Teil der Fragen, die für den jährlichen Fahrplanwechsel beantwortet werden müssen. Fallen nämlich unterjährig Events oder neue Baustellen an oder funktioniert ein geplantes Angebot in der Praxis nicht so, wie gedacht, dann müssen dieselben Fragen ebenfalls geklärt werden.
«Einen Fahrplan entwickeln, der möglichst viele Bedürfnisse berücksichtigt.»
Interview mit Claudio Büchel, Leiter Angebot
Warum braucht die Planung eines Fahrplanwechsels ganze zwei Jahre?
Es beginnt mit den Vorgaben, die wir vom ZVV erhalten. Darauf basierend erarbeiten wir die Konzepte. Dazu gehören auch viele Gespräche mit den betroffenen Gemeinden, in denen Varianten diskutiert und die optimalen Fahrpläne gesucht werden. Stehen die Fahrpläne, werden sie öffentlich publiziert. Die danach eingehenden Begehren werden dann geprüft und fliessen wo möglich in eine Überarbeitung der Fahrpläne ein.
Findet Angebotsplanung nur im Büro statt?
Es beginnt mit den Vorgaben, die wir vom ZVV erhalten. Darauf basierend erarbeiten wir die Konzepte. Dazu gehören auch viele Gespräche mit den betroffenen Gemeinden, in denen Varianten diskutiert und die optimalen Fahrpläne gesucht werden. Stehen die Fahrpläne, werden sie öffentlich publiziert. Die danach eingehenden Begehren werden dann geprüft und fliessen wo möglich in eine Überarbeitung der Fahrpläne ein.
Wie stellt ihr sicher, dass eingeführte Fahrplanänderungen nicht schieflaufen? Z.B. dass ein Bus immer verspätet ist, weil die Fahrzeiten falsch berechnet wurden?
Ein wichtiges Element dazu sind Testfahren. Dabei fahren wir die Strecke mehrmals ab, insbesondere auch zur Hauptverkehrszeit, um ermitteln zu können, was die richtigen Fahrzeiten sind.
Was ist der schwierigste Teil in der Angebotsplanung?
Schwierig und zugleich auch am interessantesten sind natürlich Angebotsausbauten. Von den Veränderungen profitieren viele Fahrgäste – es gibt aber bei jeder Anpassung auch einzelne Kundinnen und Kunden, deren gewohnte Reise länger wird. Das ist unsere Herausforderung: einen Fahrplan zu entwickeln, der möglichst viele Bedürfnisse berücksichtig und unter einen Hut bringen kann.
In einem halben Jahr findet der Fahrplanwechsel 2026 statt – was gibt es jetzt noch zu tun?
Es geht jetzt dann los mit der Produktion der Fahrplanaushänge und der Linientafeln für die Haltestellen. Weiter werden spezielle Kommunikationsmassnahmen vorbereitet für die Gebiete, wo sich sehr viel ändert. Und nicht zu vergessen: auch viele Dienstpläne müssen angepasst werden.
Und das alles, während ihr gleichzeitig bereits am Fahrplanwechsel 2028 dran seid, und auch noch der Fahrplanwechsel 2027 dazwischensteht?
Nach dem Fahrplanwechsel ist vor dem Fahrplanwechsel. Wir müssen bis Ende dieses Jahres beim ZVV Vorschläge einreichen, was wir auf Dezember 2028 verändern möchten. Wir überlegen uns daher laufend, welche Angebotsveränderungen mittel- und langfristig sinnvoll sind.
Abgesehen vom Fahrplanwechsel, welche anderen Aufgaben habt ihr noch?
Ein ganz wichtiger Teil sind Fahrpläne für Baustellen und Veranstaltungen. Die sind zwar manchmal nur wenige Tage gültig, müssen aber mit der gleichen Sorgfalt wie die Jahresfahrpläne erstellt werden. Unser Ziel ist, dass unsere Fahrgäste auch bei Baustellen immer gut informiert und pünktlich unterwegs sind.
Welches Vorurteil begegnet euch immer wieder, das du hier gerne bereinigen möchtest?
Manchmal werden Wünsche an uns mit der Haltung herangetragen, dass das ja ganz einfach umzusetzen sei. Klar tönt es einfach, wenn man einen Fahrplan um 2 Minuten schieben will. Aber das kann im Hintergrund sehr viel auslösen. So können beispielsweise Anschlüsse verloren gehen oder Dienstpläne nicht mehr aufgehen. Wir sind sehr offen für Verbesserungen – aber wir brauchen genügend Vorlaufzeit.
Das Interview gibt’s auch in vier kurzen Videos! ⬇️
Der Fahrplan zum Fahrplanwechsel
Januar 2025
ZVV kommuniziert Vorgaben an VBG
Februar 2025
Start Detailplanung
Gespräche mit Gemeinden
Mai 2025
Regionale Verkehrskonferenzen (RVK) im Glattal und Furttal: Vorstellung Angebotskonzepte
September 2025
Überarbeitung der Fahrplanentwürfe
November 2025
RVK: Vorstellung überarbeitete Angebotskonzepte
Dezember 2025
RVK: Erstellung Fahrplanentwürfe
Januar 2026
Einreichen der Entwürfe an den ZVV
März 2026
Öffentliche Fahrplanauflage auf der ZVV-Webseite; Begehren können eingereicht werden
April 2026
Prüfung der Begehren
Mai 2026
RVK: Begehren werden behandelt
Juni 2026
Fahrpläne werden aufgrund der Begehren nochmals überarbeitet.
Einreichung überarbeiteter Fahrpläne („Rekursfahrplan“) beim ZVV
Sommer 2026
Entscheid Verkehrsrat
Kommunikation Fahrplanwechsel planen
August 2026
Rekursauflage
Oktober 2026
Produktion Fahrplanaushänge und Haltestellentafeln
Dezember 2026
Fahrplanwechsel
Dezember 2026
Beginn Planung Fahrplanwechsel 2028/2029 («Angebotswerkstatt»)
Wir werfen dem Angebotsteam einen Blick über die Schulter.. 👀
Unterjähriger Fahrplanwechsel Dietlikon
Eigentlich versuchen wir ja, sogenannte «unterjährige Fahrplanwechsel» zu vermeiden und Änderungen, Neuerungen etc. per regulärem Fahrplanwechsel im Dezember zu verwirklichen. Doch manchmal geht es nicht anders – so auch in Dietlikon.
Aufgrund des vorgezogenen Baustarts des Projekts «Mehrspur Zürich-Winterthur» musste unser Angebotsteam innerhalb von wenigen Wochen einen komplett neuen Fahrplan auf die Beine stellen. Dabei musste natürlich auch beachtet werden, dass die Anschlüsse an die S-Bahnen am Bahnhof Dietlikon sichergestellt sind. Was darüber hinaus die Planung etwas erschwerte, erfährst du im Video von unserem Angebotsplaner Jann Fuhrer.
Die ursprüngliche Planung wird per Anfang Juli überholt, weil die Zuverlässigkeit des neuen Angebots infolger zahlreicher Baustellen für die Fahrgäste ungenügend war. Weitere Infos sind in Kürze hier verfügbar.
