Warnung "! Tram !" und Drehlichter kündigen Glattalbahn an

Medienmitteilung vom 3. Oktober 2018
VBG und Kanton testen weitere Sicherheitsmassnahmen an der Glattalbahn

In einem rund eineinhalb Jahre dauernden, wissenschaftlich begleiteten Pilotprojekt testet die VBG Verkehrsbetriebe Glattal AG an zwei Haltestellen ein neues Signal für Fussgänger. In einem zweiten Pilotversuch testet der Kanton in Kooperation mit der VBG an vier Übergängen Drehlichter.

Die VBG investiert seit Jahren kontinuierlich in die Sicherheit der Glattalbahn. Dass diese Massnahmen greifen, zeigen sinkende Unfallzahlen (wie bereits im Juni 2018 kommuniziert*). In den kommenden Monaten wird in zwei Pilotprojekten an zwei Haltestellen und vier Übergängen entlang der Glattalbahn getestet, ob mit neuen Warnelementen die Aufmerksamkeit der anderen Verkehrsteilnehmer weiter erhöht werden kann.

Neu entwickeltes Warnsignal für Haltestellen

In den letzten Monaten wurde im Auftrag der VBG von BURRI public elements AG in Glattbrugg ein neuartiges LED-Warnsignal entwickelt. Die Warnung auf Augenhöhe soll – dies ist die Hoffnung der VBG – auch von denjenigen Verkehrsteilnehmern wahrgenommen werden, die in Eile die Fahrbahn queren. Die neuen Signale wurden am 13. September 2018 an den Glattalbahn-Haltestellen Glattbrugg, Lindberghplatz und Dübendorf, Ringwiesen installiert. Der Pilotversuch wurde vom BAV bewilligt, dauert rund eineinhalb Jahre und wird wissenschaftlich begleitet. Sollten die Erwartungen nicht erfüllt werden, entfernt die VBG die Signale wieder.
Das LED-Warnsignal besteht aus einem schmalen Metallkasten aus Aluminium mit bruchsicherer Glasfront. Dieser Aufsatz wird einen Meter über Boden an die Vorderseite von bereits bestehenden Signalmasten mon-tiert. Bereits beim Bau der Glattalbahn wurden solche Signalmasten installiert, an deren Spitze auf 2.5 Metern Höhe ein konventionelles Blinklicht vor dem einfahrenden Tram warnt. Im Ruhezustand ist das neue Element unauffällig schwarz. Sobald sich ein Fahrzeug der Haltestelle nähert, schaltet sich der LED-Leuchtkörper ein und der Schriftzug «! Tram !» blinkt hell und auf einen Blick erfassbar auf.
Das Warnelement ist wetter- und schlagfest, leicht zu warten und lässt sich sowohl gut an bestehende Signalmasten anbringen, wie auch wieder demontieren. Die Entwicklung des Signals inklusive Einholung der Bewilligungen dauerte neun Monate.

Wissenschaftliche Begleitung des Versuchs

Der Versuch mit dem neuen Warnsignal wird wissenschaftlich von der Fachgruppe Verkehrs-, Sicherheits- und Umweltpsychologie an der ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Psychologie unter der Leitung von Prof. Dr. Markus Hackenfort begleitet. Bereits vor der Installation wurden an drei verschiedenen Haltestellen Videokameras installiert, mit denen das Verhalten von Wartenden aufgezeichnet wurde. Ebenso wie vor der Installation, werden in einer zweiten Phase wiederum Befragungen mit Nutzern der Haltestellen durchgeführt, um ihre Eindrücke, Beobachtungen und Bedürfnisse zu erfassen. Erste Auswertungen werden ungefähr anfangs November vorliegen.

Drehlichter an vier Übergängen auf der Strecke

Neben den Haltestellen gibt es entlang der Glattalbahn selbstverständlich auch weitere Übergänge und Kreuzungen, an denen Verkehrsteilnehmende die Schienen überqueren müssen. An einigen solchen Übergängen wurden in den letzten Jahren zusätzliche Schrankenanlagen installiert. Um Konfliktsituationen zu entschärfen, wurden zudem die Geschwindigkeiten der Glattalbahn teilweise in Kreuzungsbereichen präventiv reduziert. Der Kanton Zürich testet nun an vier Stellen, ob auch zu den bestehenden Lichtsignalanlagen noch zusätzliche Drehlichter die Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer weiter erhöhen können. Mitte Oktober werden dazu an der Kreuzung Zürich-/Hochbordstrasse in Dübendorf, an der Kreuzung Neugut-/Seidenstrasse in Wallisellen sowie an der Thurgauerstrasse in Opfikon-Glattbrugg beim Fussgängerübergang auf der Höhe Alpenstrasse und beim Fussgängerübergang / U-Turn Höhe Chavez-Allee Drehlichter an die bestehenden Lichtsignalanlagen installiert. Es handelt sich dabei um eine Variante des Signals «Einfaches Blinklicht», wie es auch in anderen Kantonen bereits eingesetzt wird, und bedeutet «Halt vor dem Bahnübergang». Das Drehlicht schaltet sich zusätzlich zum «Rot» der Lichtsignalanlage ein, sobald die Glattalbahn sich dem Übergang nähert. Der Versuch läuft vorerst ein Jahr und wird von Fachleuten des Kantons begleitet. Nach wie vor sind für die Kreuzungen Zürich-/Hochbordstrasse in Dübendorf und Neugut-/Seidenstrasse in Wallisellen Schrankenanlagen in Planung.

*Auszug aus der VBG-Medienmitteilung vom 21. Juni 2018: Weniger Unfälle mit der Glattalbahn

2017 wurden von der Polizei insgesamt 3,7 Ereignisse auf 1 Mio. gefahrene Tramkilometer erfasst, in welche die Glattalbahn involviert wurde. Leider war 2017 ein sehr tragischer Unfall mit Todesfolge zu beklagen. In Bezug auf das im Jahr 2014 erklärte Langfrist-Ziel, die polizeilich registrierten Unfälle mit der Glattalbahn um 50 Prozent auf maximal 5,2 Unfälle pro Million gefahrene Tramkilometer zu reduzieren, sieht sich die VBG im Moment gut auf Kurs. Der Mittelwert der letzten drei Jahre steht bei 6,4 polizeilich registrierten Unfällen. Die VBG bezieht sich bei ihrer Berechnung auf einen Schweizer Durchschnittswert von 8,3 Unfällen pro Million gefahrene Tramkilometer.

Weitere Auskünfte geben Ihnen gerne:

Katrin Piazza, Medienverantwortliche der VBG, via E-Mail katrin.piazza@vbg.ch oder unter der Telefonnum-mer 044 809 56 05

Martin Burri, BURRI public elements AG, mburri@burri.world, Telefon 044 874 44 25.

Prof. Dr. Markus Hackenfort, ZHAW Angewandte Psychologie, Fachgruppe Verkehrs-, Sicherheits- und Umweltpsychologie. Email: markus.hackenfort@zhaw.ch, Telefon 058 934 83 73.

Glattbrugg, 3. Oktober 2018

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Fotomontage BURRI public Elements                               Drehlicht TBA

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