Willkommene Zaungäste im Margarethenpark

Das Reptilien-Biotop im Margarethenpark
Das Areal zwischen den SBB-Gleisen in Glattbrugg wirkt von der Schaffhauserstrasse her gesehen wie eine unbedeutende Brachfläche. Bloss ein paar Steinhaufen, umgeben von Kies- und Grasflächen. Für ungefähr vier Dutzend kleine Wesen sind aber genau diese 1500 Quadratmeter ein Paradies: für Zauneidechsen!

 

Wertvoller Lebensraum für seltene Tiere

Ein so grosses Infrastrukturprojekt wie die Glattalbahn hat unvermeidlich Auswirkungen auf die Umwelt. Entsprechend sorgt der Bund mit Gesetzen und Verordnungen dafür, dass bereits bei der Projektierung und später auch beim Bau eines Grossprojektes darauf geachtet wird, die Lebensräume darum herum zu erhalten oder sogar aufzuwerten. Beim Bau der Glattalbahn wurden deshalb von Anfang an Massnahmen eingeplant und später umgesetzt, um beispielsweise die Belastungen durch Lärm oder Emissionen zu begrenzen, Gewässer und Böden zu schonen oder auch Biotope zu schützen.

Eines dieser Biotope entstand als sogenannte Ausgleichsfläche im Zusammenhang mit dem Margarethentunnel. Dieser 400 Meter lange Kunstbau verläuft zwischen dem Lindbergh-Platz und dem Bahnhof Glattbrugg und wurde 2008 eingeweiht. Anders als übliche Tunnels wurde er im Tagebau errichtet – also in einer nach oben offenen Grube, die später mit einem Deckel versehen wurde. Lange bevor die ersten Baumaschinen anrollten, wurden für die im Bereich der geplanten Baustelle beheimateten Eidechsen und Blindschleichen Ersatzunterschlüpfe geschaffen.

Das rund 1500 Quadratmeter grosse Areal auf dem Tunneldeckel wurde nach Abschluss der Bauarbeiten «eidechsengerecht» gestaltet. Die grossen Steinhaufen sind für Zauneidechsen ein idealer Unterschlupf und bieten ihnen insbesondere die Möglichkeit, in den kiesig-sandigen Böden den Winter vor Minusgraden geschützt zu verbringen. Heute sind diese Steinhaufen zum Teil von Efeu und anderen Kletterpflanzen überwuchert, was für die Eidechsen zusätzlichen Schutz bedeutet. Die Kies- und Grasflächen darum herum wurden primär dazu angelegt, optimalen Lebensraum für die Beutetiere der Zauneidechsen zu schaffen. Doch mittlerweile haben sich hier auch andere Kleinlebewesen und sogar seltene Pflanzen angesiedelt.

Die Resultate dieser Schutzmassnahmen wurden in den ersten Jahren nach dem Bau durch einen ausgewiesenen Eidechsen-Experten regelmässig überprüft und dokumentiert. Die VBG unterhält insgesamt rund 4300 Quadratmeter an Reptilienschutzflächen entlang der Glattalbahn.

Zauneidechsen – eine gefährdete Art (nicht nur in der Schweiz)

In der Schweiz gelten die Zauneidechsen als gefährdete Art. Sie leben ausschliesslich auf der Nordseite der Alpen und offenbar sogar im hohen europäischen Norden, wurde doch auch aus Schweden Sichtungen gemeldet. Den Zauneidechsen scheint die Nähe zur Eisenbahn besonders zu behagen, denn eine der grössten Populationen der Schweiz ist im Schottergelände des Zürcher Hauptbahnhofs zu finden. Weil sie schwerer und behäbiger sind als andere Eidechsen, sind Zauneidechsen leichtere Beute für Fressfeinde als beispielsweise Mauereidechsen, die flink sogar gerade Mauern hinaufflitzen, um sich zu retten. Zauneidechsen-Männchen leuchten in einem hellen Grün, während Weibchen sich dank ihrer braunen Tarnfarbe kaum von der Umgebung abheben. Hierzulande verschwinden die ursprünglichen Lebensräume der Zauneidechsen oder werden zunehmend zerstückelt.

Webstory als PDF

Der Lebensraum der Zauneidechsen: Steinhügel geben Schutz – Gras lockt Beutetiere an – Blätter spenden Schatten

Wir halten Kontakt
Weitere Auskünfte gibt Ihnen gerne die VBG Verkehrsbetriebe AG, via E-Mail oder unter der Telefonnummer: 044 809 56 00

medien@vbg.ch

Geschäftsbericht
Der Geschäftsbericht steht hier zur Ansicht
oder zum Download bereit:

Geschäftsbericht