Ein Chauffeur für alle Fälle

Erste Hilfe für die Fahrgäste: Durch Weiterbildung vorbereitet sein, wenn’s drauf ankommt
Über 100’000 Fahrgäste vertrauen sich durchschnittlich pro Tag einem VBG-Fahrdienstmitarbeitenden an – und verlassen sich darauf, dass sie sicher, pünktlich und komfortabel ihr Ziel erreichen. Wer wie Ismajl Bytyqi Menschen im öffentlichen Verkehr transportiert, trägt eine grosse Verantwortung.

 

Die Anforderungen an einen Fahrdienstmitarbeitenden im öffentlichen Verkehr sind hoch: Zunehmender Verkehr, Baustellen, technisch komplexere Fahrzeuge, Einhalten der Fahrplanzeiten und guter Kundenservice bei immer mehr Fahrgästen. Es ist daher selbsterklärend, dass eine gute Ausbildung und regelmässige Weiterbildung sehr wichtig sind.

Ein Traumberuf mit viel Verantwortung

Seiner Verantwortung ist sich auch Ismajl Bytyqi bewusst. Der 46-jährige fährt bereits seit 15 Jahre bei EUROBUS welti-furrer AG in Bassersdorf für die VBG Bus. «Chauffeur ist schon ein Traumberuf – und wenn man den Chauffeur mit Krawatte und cooler Sonnenbrille hinter dem Steuer sieht, suggeriert der Beruf Lässigkeit und Freiheit. Was aber gerne vergessen geht, ist die Verantwortung über Menschen und Fahrzeug». Ismajl Bytyqi findet es deshalb gut, dass die VBG-Fahrdienstmitarbeitenden der Chauffeuren-Zulassungsverordnung (CZV) unterstehen und somit eine Weiterbildungspflicht haben. «Die CZV-Kurse vermitteln uns relevante Inhalte für unseren Arbeitsalltag», ist Ismajl Bytyqi überzeugt. Insgesamt 35 Weiterbildungsstunden müssen die Fahrdienstmitarbeitenden innert fünf Jahren absolvieren. Ansonsten erlischt die Gültigkeit ihres Fähigkeitsausweises – so sieht es der Gesetzgeber vor.

Die Angst nehmen, sich falsch zu verhalten

Die Weiterbildungen werden von zertifizierten Weiterbildungsstätten angeboten. EUROBUS welti-furrer AG ist eine davon und führt zu verschiedenen Themen Weiterbildungen durch. Ismail Bytyqi hat sich einen Kurs zu einem brisanten Thema ausgesucht: «Erste Hilfe für meine Fahrgäste». Auch wenn er glücklicherweise noch nie einen Fahrgast verarzten musste, will er für einen Ernstfall vorbereitet sein. «Wer noch nie in einer solchen Situation war, hat Angst sich falsch zu verhalten», sagt Ismail Bytyqi. Deshalb startet der Kurs gleich mit einer simulierten Unfallsituation in einem Linienbus.

Wunde ist nicht gleich Wunde

Zugegeben, die gezeigten Bilder von verschiedenen Wunden sind ganz schön gruselig und lassen dem einen oder anderen gestandenen Berufskollegen von Ismajl Bytyqi Gänsehaut wachsen. Die Kursleiterin erklärt die unterschiedliche Versorgung von Schnitt-, Schürf- und Quetschwunden. Das richtige Verhalten bei einem offenen Bruch in Folge Sturz interessierte Ismajl Bytyqi besonders. «Viele ältere Fahrgäste sind unsicher auf den Beinen. Wie schlimm ein Sturz sein kann, hat mich beeindruckt».

Und was nimmt Ismajl Bytyqi aus diesem Kurstag mit? «Ich hoffe, dass ich ruhiger agieren und die Situation besser einschätzen kann. Es war für mich wichtig, die verschiedenen Utensilien der Bord-Apotheke zu repetieren – das gibt mir Sicherheit. Und einmal mehr hat sich gezeigt: Als Fahrdienstmitarbeiter muss man die Augen offenhalten, um mögliche Gefahren zu erkennen bevor sie entstehen».

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