Der Mann hinter den Männlein

Ruedi Widmer
Der Cartoonist, Karikaturist und Kolumnist Ruedi Widmer ist der Leserschaft von Tages-Anzeiger, WOZ oder Landbote wohlbekannt. Wir aber betrachten ihn insgeheim als unseren Hauszeichner, denn seine unverwechselbaren Illustrationen begleiten uns bereits seit mehreren Jahren.

 

Fliegende Busse, fahrende Raupen und sogar einen betonfressenden Biber – solche Überraschungen hat Ruedi Widmer in unseren 25 Gute-Fahrt-Geschichten gefunden. Sein ungewöhnlicher Blick auf unsere gewohnte Welt schenkte uns im vergangenen Jahr 25mal Heiterkeit. Wer ist der Zeichner, der Spott, Frechheit und Poesie mit kräftigen Farben und minimalistischen Figuren so meisterhaft zu witzigen Bildern mischt?

Auf den ersten Blick wirkt Ruedi Widmer wie manche seiner Cartoons: harmlos, geradezu unschuldig. Bis man genauer hinschaut und sich Doppelbödigkeit, Hintersinn und Witz offenbaren. Im Gespräch wird auch bald einmal klar, dass hinter seinen warmen brauen Augen wohl ein Universum an Ideen und Gedanken kreisen muss, aus denen er seine klugen, originellen Schlüsse zieht. Eher geht mit ihm der Kaffee aus, als der Gesprächsstoff. Sich selbst beschreibt Ruedi Widmer als ««ernsthaft, wenn auch immer bemüht, das Heitere zu sehen.»

Heiteres fand und findet der 1973 geborene Karikaturist zuverlässig als Fahrgast im öffentlichen Verkehr. Da seine Eltern aufs Auto verzichteten, wurde klein Ruedi schon früh zum Eisenbahnfan. Im Zug seien ihm früher die Ideen jeweils entgegengeflogen, erzählt er. Besonders in der S12 von Zürich nach Winterthur, über die er sein erstes Buch veröffentlichte. «Im Zug merkte man gut, was den Leuten gerade auf der Seele drückte.» Heute allerdings sei es sehr still geworden im ÖV, weil alle auf ihr Smartphone starren. «Vielleicht», sinniert er, «ist das ein Zeichen dafür, dass Zürich eine Grossstadt geworden und damit insgesamt professioneller geprägt ist? Man muss sich an die Dichte, an die Hektik gewöhnen und anpassen – und lautstarke Ausbrüche und Aufregung eher unterdrücken.»

Aufs tägliche Pendeln verzichtet er heute gerne. In Winterthur, wo der gelernte Grafiker mit seiner Frau und den beiden Söhnen wohnt und auch arbeitet, vermisst er lediglich eines: Das Tram 2000. Sein Lieblingstram, «weil es im Innenraum leiser ist als modernere Trams.» Die Cobras der Glattalbahn hat er sich trotzdem genau angeschaut, wie er auch Orte und Situationen im VBG-Netz, die in den 25 Gute-Fahrt-Geschichten erwähnt waren, detailgetreu wiedergab. Im Wochenrhythmus las und zeichnete er jeweils – und fand in den Geschichten zuverlässig das Heitere. Den «Böppel» über Boppelsen etwa – Ruedi Widmers frecher Spitzname für die Radaranlage auf der Lägeren.

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