Bienvenido, dobri dosli, servus - grüezi!

Verschiedene Nationalitäten – eine Uniform.
Rund drei Viertel der Fahrdienstmitarbeitenden, die im Namen der VBG unterwegs sind, haben einen weiten Weg zurückgelegt, bevor sie sich bei uns ans Steuer setzten. Mehrheitlich stammen sie aus europäischen Ländern, vereinzelt aber auch aus Südamerika, Afrika, Asien und sogar Australien. «Grüezi» sagen inzwischen alle gerne.

 

An einer Wand im Eingangsbereich des Buszentrums Glattal in Bassersdorf steht 23 mal «Grüezi» – in 22 Sprachen übersetzt. Bei der Eröffnung des Depots im Dezember 2014 waren unter den Fahrdienstmitarbeitenden von Eurobus so viele unterschiedliche Muttersprachen vertreten. Heute dürften es sogar noch ein paar mehr sein.

Ungefähr 32 verschiedene Herkunftsländer weisen die Fahrdienstmitarbeitenden aus, die im Namen der VBG unterwegs sind. Warum «ungefähr»? «Es ist kompliziert» war die Standardantwort auf unsere Nachfrage in den Betriebsleitungen. Die meisten Angestellten besitzen längst den Schweizer Pass – und warum sollte jemand Buch darüber führen, wer wo geboren wurde? Doch wer sich täglich bei der Arbeit sieht, erfährt natürlich auch so manches über Muttersprache und Herkunftsland seiner Teamkollegen. Entsprechend basiert die folgende Herkunftsländerliste auf dem «Insiderwissen» und den Schätzungen der Betriebsleiter unserer Transportpartner: :

Ägypten, Albanien, Algerien, Argentinien, Australien, Belgien, Bosnien-Herzegowina, Deutschland, Griechenland, Holland, Jordanien, Italien,
Kosovo, Kroatien, Litauen, Marokko, Mazedonien, Oesterreich, Polen,
Portugal, Russland, Schweden, Schweiz, Serbien, Slowakien, Spanien,
Sri Lanka, Syrien, Tunesien, Türkei, Ukraine, Ungarn.

Portugal, Serbien und Sri Lanka – aus diesen Ländern stammen die drei Fahrdienstmitarbeitenden, die wir auf der Linie besucht haben. Wir haben uns mit ihnen über ihr Herkunftsland und ihr Leben in der Schweiz unterhalten.

Emilia Teixeira Ribeiro, ATE Bus AG

Aus ihrem Heimatland Portugal hat Emilia ganz viel Sonne mitgebracht. Sie trägt sie in ihrem Herzen und teilt sie grosszügig aus. «Schon lange nicht mehr gesehen!» begrüssen wohl deshalb manche Fahrgäste die Fahrerin, wenn diese ein paar Tage lang nicht auf dem gewohnten Kurs unterwegs war. Es wird bemerkt, wenn die Sonne im Cockpit fehlt. Die bald 60jährige Berufsfahrerin ist seit 1981 in der Schweiz, hat schnell Schweizerdeutsch gelernt und auch alles andere, was sie braucht, um hier gut zu leben. Lernfreude hat sie bereits als junge Frau in Portugal gezeigt, als sie ihren LKW-Führerschein machte: «Man weiss ja nie, ob man das mal noch brauchen kann.» Dass sie als einzige weibliche Fahrschülerin unter spezieller Beobachtung stand, hat sie nicht beirrt. «Ich habe immer mein Ding gemacht, egal, was andere sagten oder dachten.» Was gefällt ihr an der Schweiz? «Alles!» Was vermisst sie aus Portugal? «Das feine Essen.» Mit ihren vier Schwestern und der Mutter, die in Portugal leben, bleibt Emilia dank modernen Kommunikationsmitteln eng verbunden. Doch ihr Lebensmittelpunkt ist hier in der Schweiz, wo auch ihr erwachsener Sohn lebt. Seit acht Jahren fährt Emilia für ATE Bus AG und möchte bei ihren Fahrgästen bleiben und «einfach mein Bestes geben, so lange das geht».

Pathman Swamipillai, Eurobus

Busfahrer zu werden war für Pathman Swamipillai eigentlich unvermeidlich, weil in seiner Familie fast schon Tradition. Sein Vater erhielt als 19-Jähriger im Norden Sri Lankas den Führerschein – als erster weit und breit – und fuhr danach sein Leben lang Bus. Sohn Pathman allerdings musste als 19-Jähriger sein Land verlassen und kam 1990 in die Schweiz. Im Kreis seiner Landsleute in Pfäffikon ZH war aber auch er der erste, der die Fahrprüfung bestand. Zwei Jahre Deutschunterricht waren vorausgegangen. Nach einigen Jahren in der Gastronomie begann Pathman, inzwischen Vater von zwei Kindern, seine berufliche Zukunft im Transportwesen vorzubereiten. Während fünfzehn Jahren nahm er schrittweise und beharrlich jede Hürde, die es bis zur Linienbuslizenz zu nehmen galt. Geduld scheint ohnehin eine seiner stärksten Charaktereigenschaften zu sein. Selbst Stau und Stossverkehr können Pathman Swamipillai nicht aus der Ruhe bringen. Und wenn einmal gar nichts mehr geht, wenn das Fahrzeug keinen Zentimeter mehr vorwärtskommt? «Das Fenster ein bisschen öffnen und tief durchatmen», rät er lachend, denn: «Sich aufregen nützt ja auch nichts.» Aber natürlich gibt der Busfahrer aus Leidenschaft auch gerne mal Gas. Am liebsten am Steuer eines Hybrid- oder Gelenkbusses.

Marko Colic, Maag Busbetrieb AG

Roger Federer oder Novak Djokovic? Die Frage, welchen der beiden Tennisstars er gerne einmal als Fahrgast hätte, bringt den gebürtigen Serben Marko Colic ein bisschen in Verlegenheit. «Beide, im Doppel!» rettet er sich lachend. Ähnlich diplomatisch vergleicht er sein neues Heimatland Schweiz mit seiner alten Heimat Serbien. «Es geht mir und meiner Familie gut hier», sagt der Vater eines 10-jährigen Jungen, er vermisse höchstens Freunde und Familie. An der Schweiz gefällt ihm unter anderem, dass es so einfach ist, die Schönheiten der Natur zu geniessen. Entsprechend ist er viel und gerne in den Bergen unterwegs: im Winter auf Skiern, im Sommer auf dem Motorrad. Der frühere LKW-Fahrer lobt auch die Arbeitsbedingungen: ein kollegiales Klima, geregelte Arbeitszeiten, freundliche Passagiere. Wenn er sich von seinen Fahrgästen etwas wünschen dürfte, wäre es dies: «Passt bitte besser auf Euch auf.» Er sehe so viele Menschen, die vom Alltag belastet oder in ihre digitale Welt eingetaucht, geradezu kopflos unterwegs seien. Im Verkehr sei höchste Aufmerksamkeit nötig, nicht nur hinter dem Steuer. Der grossen Verantwortung, die Berufsfahrer tragen, ist er sich sehr bewusst. Wie meisterhaft er selbst mit schweren Fahrzeugen umgehen kann, hat der 36-Jährige schon zweimal bewiesen: in der VBG-Trophy, dem Geschicklichkeitsfahren für Fahrdienstmitarbeitende, erreichte er 2017 den ersten und 2018 den zweiten Platz.

Bajram Kllokoqi, Ryffel AG

So sieht also jemand aus, der sein Glück gefunden hat und es weiss. Bajram Kllokoqi fährt seit 28 Jahren Bus, unter anderem auch im Namen der VBG. Seine Perspektiven als Jugendlicher seien «gleich 0» gewesen, erzählt Bajram, der in einem kleinen Bergdorf in der Region Prishtina im Kosovo aufwuchs. Ein Studium als Bauingenieur brach er ab, weil ihm klar war, dass in den unruhigen Kriegsjahren damals die Arbeitsmöglichkeiten selbst mit abgeschlossenem Studium gering waren. «Ich war jung, wollte arbeiten und Geld verdienen.» Den LKW-Fahrausweis hatte er vorsorglich schon einmal gemacht. Ein Bekannter empfahl ihn Werner Ryffel, und der gab dem jungen Mann anfangs der neunziger Jahre eine Chance. Heute, so viele Jahre später, strahlt Bajram nicht nur im Cockpit Ruhe und Gelassenheit aus. Auch im Gespräch über einer Tasse Kaffee überwiegen die Heiterkeit und der Blick aufs Positive. Er fahre vorwiegend Frühschicht, geniesse nach einem Mittagsschlaf oft einen Spaziergang entlang des Greifensees und freue sich «wie ein Kind» aufs zweimal wöchentlich stattfindende Plausch-Volleyballtraining. Im Umgang mit Fahrgästen hat er in seiner langen Berufskarriere ein ganz einfaches Geheimrezept entwickelt: «Wenn Du freundlich bist, müssen alle anderen auch freundlich sein.»

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